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Das Silmarillion

Rezension von Rang -1: Verlorene Seele  Ancalagon

Autor:
John R.R. Tolkien
1115473546
Jahr:
1977
Originaltitel:
The Silmarillion
Muss ich haben:
Die Mordor-Bewertung (3 Stimmen):
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Review:

Das Silmarillion ist eigentlich nicht ein Buch, sondern eine Zusammenstellung der überlieferten Geschichten aus den frühen Jahren von Mittelerde. Es beginnt wie eine Bibel: Eru war da, der Eine, der in Arda Ilúvatar heisst; und er schuf erstens die Ainur, die Heiligen, Sprösslinge seiner Gedanken; und sie waren bei ihm, bevor irgend andres erschaffen war. Doch nach ein paar Seiten ziemlich abstrakter, doch poetischer Geschichte, beginnt das eigentliche Quenta Silmarillion, in dem die grossen Schlachten der Elben erzählt werden.

Dabei lernt man, wer die Mächtigen von Mittelerde eigentlich sind, woher sie kommen und was sie vorhaben: eine schöne Welt zu erschaffen. Doch schon vorher hat Melkor, einer der ganz hohen und frühen Kreaturen, Verrat an seinen Geschwistern verübt und die Erde vernichten wollen. Er plant zu seinen eigenen Gunsten und errichtet seinen Palast in den Tiefen von Mittelerde, dazu gesellt er Orks und Balrogs.

Die Elben sind die ersten "Kinder" von Ilúvatar und kommen erst nach einer Weile nach Mittelerde. Sie sind die eingentlichen Bewohner der Welt, für sie wurde alles erschaffen. Doch Melkor hasst die Elben, und versucht mit allen Mitteln, diese zu zerstören. Dies kann er nicht direkt tun, erreicht aber trotzdem mit Lug und List, dass sich die Elben untereinander zu bekämpfen beginnen. So werden sie in die ersten grossen Kriege verwickelt. Der Elbenfürst Feanor schwört mit seinen Söhnen einen Eid, dass Melkor vernichtet werden soll und die von ihm geraubten "Silmarils" (Edelsteine mit dem himmlischen Licht) wieder gefunden werden sollen. Doch der Plan gelingt nicht, und der Eid bringt nichts als Unheil über die Elbenvölker von Mittelerde.

Als die Menschen, die Zweitgeborenen, das Licht von Mittelerde erblickten, gelang es Melkor rasch, auch unter ihnen Lügen zu verbreiten, und sie gegen die Elben aufzuhetzen. So kam es, dass die Elben schlecht auf die Menschen zu sprechen waren.

Hat man sich durch die ersten paar Seiten des Silmarillions gekämpft (wenn man das so nennen darf, denn der Text ist zwar umständlich zu lesen, aber sehr poetisch), erfährt man schnell viele Details und vor allem Namen der früheren Zeiten. Man sollte sich nicht dadurch abschrecken lassen, denn für den Tolkien-Fan ist dieses Buch eine wahre Schatzkiste an Hintergrundinformationen. Auch wenn der mittlere Teil (die Schlachten der Elben und später der Menschen) wie im Stil von Herr der Ringe geschrieben ist, sollte man nicht vergessen, dass darin fast keine Figuren wie z.B. Frodo vorkommen: das Geschehen wird von weiter weg betrachtet.

Ich habe das Silmarillion nun nach 10 Jahren wieder verschlungen, und war wieder von manchen Details überrascht. Z.B. war mir nicht (mehr) bewusst, dass Galadriel Arwens Grossmutter ist, oder dass Elrond ein Halbelb ist, der wählen durfte, ob er sterblich sein möchte oder nicht. Aber das Silmarillion ist weit mehr als eine Liste von Ahnentafeln - es ist der Kontext, in dem Der Hobbit und vor allem Der Herr der Ringe spielen.

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